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Ansprechpartner der Schüler in der Berufswahlphase: Ümit Tetik, Marina Fedotova, Jonas Schade, Christiane Frank und Hartmut Schmidt, von links. Eingeklingt: Ursula Dangschat. Foto: Schankweiler-Ziemrmann

Hersfeld-Rotenburg. Die Arbeit mit alten Menschen möchte Lena Gaschütz (16) kennenlernen. Auch Sophie Krug (15) möchte wie Lena einen ersten Einblick in das Berufsfeld der Altenpflegerin bekommen. Dazu eignet sich das entsprechende neue BOZ-Modul hervorragend.

Etwa 30 solcher halbtägigen Bausteine haben die fünf Jobcoaches im Kreis Hersfeld-Rotenburg in Zusammenarbeit mit der Uni Kassel entwickelt. Hier können sich die Schüler vor dem Übergang in den Beruf ausprobieren und bekommen sofort ein Feedback.

Lena und Sophie arbeiten dabei nach einem festen Plan. Sie begrüßen die Pflegebedürftigen, erkundigen sich nach dem Befinden, messen Blutdruck. Mit dabei sind in ihrem Fall Ursula Dangschat, Geschäftsführerin des Pflegezentrums der Diakonie am Rotenburger Kreiskrankenhaus, zwei Studentinnen der Uni Kassel und der Jobcoach der Jakob-Grimm-Schule Rotenburg, Hartmut Schmidt. Die Schülerinnen füllen anschließend einen Selbsteinschätzungsbogen aus. Da wird zum Beispiel gefragt, ob sie die Arbeitsschritte der Aufgaben verstanden haben und welche Beobachtungen sie während ihrer Tätigkeit gemacht haben.

Gleich im Anschluss bekommen Lena und Sophie im Pflegezentrum der Diakonie Rückmeldung von den Begleitern, die sie beobachtet haben.

Lena hat das BOZ-Modul bestätigt, „auf jeden Fall etwas Soziales“ machen zu wollen. Auch ein BOZ-Modul Köchin hatte sie schon ausprobiert. Sophie fand es hilfreich, anschließend gemeinsam über ihr Agieren mit dem Pflegebedürftigen gesprochen zu haben.

„Sie sehen, ob sie sich auf dem richtigen Weg befinden“, erklärt JGS-Jobcoach Schmidt. Jonas Schade, der Jobcoach der Gesamtschule Geistal, ergänzt, dass das „Feedback“ in Form der Selbst- und Fremdwahrnehmung für die Schüler sehr hilfreich ist.

Gegen Nachwuchsmangel

Die BOZ-Bausteine ermöglichen viele praktische Erfahrungen in den Betrieben der Region. Auch Ursula Dangschat lobt „die unkomplizierte Art zu schnuppern“. Sie freut sich über die Zusammenarbeit mit den Jobcoaches, denn in der Altenpflege herrscht Nachwuchsmangel.

Viele Betriebe haben auf diese Weise schon ihre Auszubildenden gefunden, berichten auch die Jobcoaches Marina Fedotova (Blumensteinschule), Ümit Tetik (Bebra) und Christiane Frank (Gesamtschule Obersberg). Aus 45 Berufsfeldern können die Schüler wählen, erklärt Fedotova, wobei die Palette vom Möbeltischler über den Metallbauer, Chemikanten bis zur Physiotherapeutin reicht.

Eine Brücke in den Betrieb

Die Jobcoaches mit ihren engen Kontakten zu den Betrieben der Region bilden dabei die Brücke zwischen Schule und Betrieb. Die fünf „Berufstrainer“ unterstützen die Schüler beim Übergang, sind aber nicht nur deren Ansprechpartner, sondern auch Kontaktperson für die Betriebe, die geeignete Fachkräfte suchen.

Quelle: HNA